Was ist eigentlich ein Start-up?

Der große Start-up-Hype lässt keinen verschont: „Alle wollen was mit Start-ups machen und jeder will ein Start-up sein.“ Doch was ist denn so ein Start-up? Schließlich wird der Begriff, auch in der Presse, gerne für alles Mögliche benutzt – ob es sich jetzt um einen klassischen Existenzgründer handelt, der eine Eisdiele mit kleinem Onlinevertrieb eröffnet oder eine Aktiengesellschaft wie Zalando. Das Problem ist, dass es keine offizielle Definition oder ein einheitliches Verständnis des Trendwortes „Start-up“ gibt. „Mhh, jaaa, so ein junges Unternehmen, schnell wachsend und innovativ“, hört man oft. Oder auch beliebt: „Na, halt was mit Internet.“ Als wir unsere Start-up-Unit gründeten, haben wir gemerkt, dass es da die unterschiedlichsten Vorstellungen gibt. Aus diesem Grund haben wir für uns eine gewisse Unterscheidbarkeit entwickelt, um die verschiedenen Bedürfnisse dieser ominösen „Start-ups“ besser verstehen zu können.

Eine „harte“ Definitionsgrenze zwischen Existenzgründern, klassischen Unternehmensgründern und Start-ups zu ziehen, wäre unserer Ansicht nach, weder zielführend, noch umsetzbar. Zu fließend verlaufen meist die Grenzen. Daher bedienen wir uns als IHK Berlin eines eigenen Kontinuum-Modells.

Grafik Start-up-Faktor - IHK Berlin

In der Praxis konnten wir vier Start-up-Typen identifizieren, die aufgrund ihrer unterschiedlichen starken Ausprägung in den Merkmalen Innovation und Wachstum eingeordnet werden können: Die Explorer, Tech Explorer, Rockets und die Digital Rockets. Neben den zwei Hauptmerkmalen erleichtern die Skalierbarkeit der Geschäftsidee sowie der Finanzierungsbedarf eine Einordnung einzelner Unternehmen zu einem Start-up-Typus.

Tabelle Start-up-Faktor - IHK-Berlin

Betrachtet man die Start-up-Geschäftsfelder aus Branchensicht, so wird deutlich, dass Start-ups branchenumfassend gegründet werden; überall wo Digitalisierung (E-Commerce, Plattformen, Apps, SaaS, Internet der Dinge, Cloud, Big Data usw.) und neue Technologien (Life Science / Health, E-Mobility, Urbantech, Greentech, Optic usw.) eine Rolle spielen, entstehen Start-ups. Sie bilden somit oft Hybride aus mehreren Branchen. Die Hauptunterscheidung nach Orientierung der Start-ups – entweder „digitalisierungs-wachstumsorientiert“ (Rockets) oder „forschungs-innovationsorientiert“ (Explorer) – erfolgt aufgrund ihrer deutlichen Unterschiede in den Eigenschaften und Bedürfnissen. In der Wahrnehmung der Medien und der Öffentlichkeit sind die Rockets sehr viel präsenter.

Für die Berliner Wirtschaft hat jedoch die Gesamtheit der Unternehmen eine gleichermaßen große Bedeutung: Start-ups sind die Innovationsmotoren von heute und die Mittelständler und Großkonzerne von morgen.

 

Autorin: Mia
Erschienen am 11. Mai 2015
Original Blogbeitrag: http://www.ihk4startups.berlin/post/118695642558/was-ist-eigentlich-ein-start-up

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