Warum die Private Cloud eigentlich keine Lösung ist

Public CloudDie Vorteile des Cloud Computing sind ausdiskutiert – möchte man meinen. Vor kurzem ist der Bitkom Cloud Monitor 2015 erschienen, der uns mitteilt, dass beinahe jedes zweite Unternehmen auf Cloud-Lösungen setzt. Manche haben sich eine private Cloud im eigenen Rechenzentrum eingerichtet, andere nutzen eine Public Cloud eines Dienstleisters. Peter Heidkamp, Partner Consulting bei KMPG und Auftraggeber der Studie, stellt fest: „Im Großen und Ganzen kann man nach vier Jahren Cloud Monitor konstatieren, Cloud Computing hält, was es verspricht.“

Doch was verspricht Cloud Computing eigentlich? Flexibel skalierbare Ressourcen, keine hohen Investitionskosten, das Abfangen von Lastspitzen, kein Kümmern um Wartung, Pflege, neues Releases und Ähnliches, Zahlung nach Verbrauch, Konzentration aufs Kengeschäft, hohes Sicherheitslevel etc., etc. Diese Argumente kennt jeder, der sich mit Cloud Computing beschäftigt.

Die Private Cloud kann das nicht leisten

Eine private Cloud reorganisiert im Prinzip das eigene Rechenzentrum. Die Nutzer, Fachabteilungen etwa, sollen beispielsweise über Self-Service-Portale auf benötigte Ressourcen zugreifen können. Die traditionelle Ordnung – so und so viele Server pro Abteilung oder pro Anwendung – wird aufgelöst und die zur Verfügung stehenden Ressourcen werden je nach Bedarf verteilt. Die interne IT stellt sich gegenüber ihren Anwendern praktisch als Service Provider auf.

Das Problem: Die IT-Ressourcen bleiben begrenzt. Nur weil sie als Cloud organisiert sind, bedeutet dies nicht, dass sie flexibel nach oben skalieren. Für Mehrbedarf oder Lastspitzen muss Hardware vorgehalten werden, denn nur was da ist, kann auch als Cloud-Ressource zugeteilt werden. Zahlung nach Verbrauch? Fehlanzeige. Geringe Investitionskosten? Nicht direkt. Das IT-Team wird zudem von Routinearbeiten keineswegs entlastet: Ein eigenes Rechenzentrum braucht Wartung, Pflege und ein Sicherheitskonzept, sowohl physischer als psychischer Natur.

Diego Wyllie, Softwareentwickler und freier IT-Fachautor, formuliert es in einem Artikel auf computerwoche.de so: Private-Cloud-Anwender verpassen die Chance und die Vorteile, die „echtes“ Cloud Computing mit sich bringt.

Die Public Cloud ist nicht öffentlich

Die Public Cloud ist hingegen für all das gemacht, was sich Unternehmen vom Cloud Computing erhoffen. Mag sein, dass sie die Zurückhaltung ihr gegenüber ihrem Namen zu verdanken hat. Dabei ist die Public Cloud keineswegs öffentlich, zumindest wenn man den richtigen Provider wählt.

Die Verbindung zu den IT-Ressourcen (Public Cloud) des Service Providers (Infrastructure-as-a-Service-Dienstleister) wird über öffentliche Leitungen wie das Internet hergestellt. Am liebsten natürlich über einen privaten VPN-Tunnel, verschlüsselt. Nicht öffentlicher also als eine Datenleitung im Unternehmen.

Und auch die Ressourcen selbst, auf die der Nutzer flexibel nach Bedarf zugreifen kann, sind keineswegs von außen zugänglich oder müssen unter mehreren Nutzern aufgeteilt werden. Zeitgemäße Angebote stellen den Nutzern dedizierte Ressourcen zur Verfügung, abgesichert in dem gewünschten Maß. Trotzdem bezahlen Kunden nur das, was sie nutzen, bestenfalls minutengenau. Flexibler und kostengünstiger kann man IT-Ressourcen nicht bekommen.

Und der Datenschutz? Eine typische und berechtigte Frage, die deutsche Unternehmen viel mehr umtreibt als z. B. amerikanische. Hier kommt wieder die Frage nach dem richtigen Betreiber ins Spiel. Denn Deutschland hat eines der strengsten Datenschutzgesetze weltweit, aber nur Provider mit Hauptsitz in Deutschland unterliegen diesem uneingeschränkt. Amerikanische Anbieter mit einem Rechenzentrum in Deutschland können ihre Kunden de facto nicht vor willkürlichen Zugriffsgelüsten der amerikanischen Behörden beschützen.
Altes beschützen wollen

Die Private Cloud mag ihre Daseins-Berechtigung haben. Die Erwartungen an Cloud Computing kann sie indes kaum erfüllen, ist sie doch lediglich ein Organisationskonzept auf Basis teurer, eigener Hardware. Alte Zöpfe auf Dauer bewahren zu wollen, könnte sich als echtes Hemmnis entpuppen.

Die Ergebnisse des Bitkom Cloud Monitors 2015 zeigen auch, dass Deutschland nicht gerade zu den Technologietreibern gehört. Im aktuellen IaaS-Report des Analystenhauses Gartner wird gar nicht mehr über die Vor- und Nachteile der Public Cloud diskutiert. Hier geht es längst um die Einzelheiten der Ausgestaltung der Public Cloud. Es ist nicht die Frage, ob Unternehmen eine Public Cloud nutzen, sondern wie.

Mehr Informationen zum Datenschutz und zur Auswahl des richtigen Providers unter:
https://www.profitbricks.de/datenschutz

 

Autor: Andreas Gauger
Erschienen am 13. Juli 2015
Original Blogbeitrag: https://blog.profitbricks.de/warum-die-private-cloud-eigentlich-keine-loesung-ist/

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