log in. berlin. bloggt: KIWI.KI hat den Schlüsselfaktor

Christian Bogatu, Mitgründer von KIWI.KI

Eine innovative Geschäftsidee, ein tolles Gründerteam, eine gute Geschichte. Es scheint, als habe KIWI.KI den Schlüssel zum Erfolg gefunden. Ohne Klirren, Klappern oder schwere, ausgebeulte Hosentaschen – das Unternehmen aus Berlin setzt mit einem schlüssellosen Zugangssystem auf die Verschlankung des Schlüsselbundes. Das Team von „log in. berlin.“ hat mit Christian Bogatu, einem der Gründer, über den IT-Standort Berlin, die Aufmerksamkeit der Medien und die Zukunftspläne von KIWI.KI gesprochen.

In der einen Hand das Kind, in der anderen die Einkaufstaschen und der Schlüssel – einem ungeschriebenen Gesetz folgend – vergraben in den Tiefen der Tasche. So oder so ähnlich war der Moment, der Mitgründerin Claudia Nagel auf die Idee brachte, dass das Öffnen einer Tür in heutigen Zeiten komfortabler gehen müsse. Die Idee zu KIWI war geboren. Statt eines Metallschlüssels entriegelt bei KIWI ein kleiner Transponder die Hauseingangstür, automatisch und aus einer Entfernung von einem bis drei Metern. Zusätzlich lässt sie sich über die Smartphone-App entsperren, zum Beispiel, um Freunden vom Sofa aus die Tür zu öffnen. Das Ende des klassischen Schlüsselbunds? „Ich glaube nicht daran, dass jeder Schlüssel sofort verschwinden wird“, meint Mitgründer Christian Bogatu, „Wir möchten das Schlüsselbund erst mal nur auf Diät setzen.“

2012 wurde das Hardware-Start-up von Claudia Nagel, Christian Bogatu und Peter Dietrich in Berlin gegründet. Seitdem ist KIWI.KI eine Erfolgsgeschichte, die über die Grenzen Berlins glänzt. Ob Tages- oder Fachpresse, Online, Print oder TV, über KIWI.KI wurde schon viel geschrieben und berichtet – zur Freude des Teams. Dass die Idee eine gewisse mediale Aufmerksamkeit bekomme, damit habe Bogatu gerechnet: „Unser schlüsselloses Türzugangssystem ist natürlich dadurch ein großes Thema, dass wir mit KIWI viele Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens berühren.“ Es gäbe aber auch Themen, von denen er vermutet hätte, dass sie viel stärker aufgegriffen würden, wie zum Beispiel die Nutzung von KIWI durch die Feuerwehr. „Vielleicht müssen wir an dem Punkt noch mal stärker betonen, was wir da aufgebaut haben“, sagt Bogatu, „Feuerwehr, Rettungswagen und Notärzte können durch die Nutzung unseres Systems schneller helfen und dadurch sogar Leben retten.“

Entwickler aus aller Welt und eine gut ausgebaute Start-up-Szene

Zu viert gestartet, arbeiten mittlerweile Mitarbeiter aus 19 Nationen und sechs Kontinenten bei KIWI.KI. Im September wird das Unternehmen in ein neues Büro in der Wattstraße ziehen. „Berlin ist eine tolle Stadt, die internationale Talente anzieht. Wenn wir eine Stelle ausschreiben, bewerben sich Experten aus der ganzen Welt“, erzählt Bogatu. Neben einem Produkt, das Entwickler glücklich mache, sei eben auch der Standort ein wichtiger Faktor. „Für uns ist Berlin als IT-Standort auch interessant, weil hier das Thema Smart City gefördert wird und die Politik sehr offen gegenüber Start-ups ist. Die Start-up-Szene hier ist gut vernetzt. Seit einigen Jahren gibt es sogar eine richtige Hardware Start-up-Szene durch Initiativen wie hardware.co oder AtomLeap. Das ist sehr hilfreich. Wenn man als Gründer eine Frage hat, trifft man sich im Café um die Ecke und bespricht das mit anderen Gründern. Überhaupt, hier gibt es viele Events, man kann sich immer schnell austauschen und voneinander lernen.“

Die Kunden von KIWI.KI sind vorrangig Hauseigentümer und -verwaltungen, Dienstleister wie Postzusteller oder Entsorger sowie Hausbewohner. Über 40.000 Wohneinheiten deutschlandweit sind bis heute an die KIWI-Infrastruktur angeschlossen, circa 2.500 kommen jeden Monat hinzu. In fünf Jahren möchte KIWI.KI einen Großteil der deutschen Mehrfamilienhäuser ausgestattet haben, besonders in den Großstädten. In Berlin sind Stand August 2016 knapp zwei Prozent der Häuser mit dem schlüssellosen Zugangssystem versehen, mindestens 50 Prozent sollen es werden. Bogatu ist zuversichtlich, das gesteckte Ziel zu erreichen: „Wenn wir die Portfolios unserer Kunden in Berlin zusammenzählen, dann landen wir heute schon bei über 40 Prozent.“

KIWI soll bald auch Türen von Privatwohnungen öffnen

Und die Entwickler bei KIWI.KI arbeiten bereits an einer weiteren Technik, mit der sich auch die Türen zu einzelnen Privatwohnungen bequem ohne Schlüssel öffnen lassen. Dafür erhielt das Unternehmen in diesem Jahr eine Million Euro aus dem ProFIT-Förderprogramm der Investitionsbank Berlin. Christian Bogatu rät Gründern, sich Förderprogramme anzuschauen und in Anspruch zu nehmen. „Es ist toll, dass es solche Formen der Unterstützung gibt“, sagt der Hardware-Experte. „Das Auswahlverfahren ist anspruchsvoll. Man muss gute Inhalte liefern und auch später kontinuierlich die jeweiligen Fortschritte im Projekt vorzeigen. Der Aufwand lohnt sich.“

Als gebürtiger Berliner kennt Christian Bogatu die Stadt sehr gut, hin und wieder überrascht sie ihn dennoch. „Ich habe viele Jahre in den USA gelebt und bin Ende 2010 wieder zurück nach Berlin gekommen“, sagt er und ergänzt, „Ich war total überrascht, weil Berlin sich so stark verändert hat. 2010 habe ich gemerkt, was das für eine Gründerstadt geworden ist. Insofern habe ich Berlin neu entdeckt und entdecke es immer noch jeden Tag neu.“

KIWI Transponder
Ein kleiner Transponder entriegelt die Hauseingangstür aus einer Entfernung von ein bis drei Metern

 

© Fotos: KIWI.KI GmbH

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