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Tim Pohlmann, CEO und Gründer von IPlytics – Fotografiert von Sabine Felber
„Wir können Trends für Technologien identifizieren“. Mit diesem Satz umreißt Tim Pohlmann das Kerngeschäft seines jungen Unternehmens IPlytics. IP steht für intellectual property – geistiges Eigentum – und lytics für Analyse. Geistiges Eigentum wird analysiert, um die Zukunft zu prognostizieren.

Bisher ist es so: Ein Unternehmen möchte wissen, welche technologischen Entwicklungen in seinem Technologieumfeld relevant werden. Viel Zeit und Arbeitskraft wird investiert, um aktuelle Daten zu sammeln und diese dann zu interpretieren. Für die Unternehmen ist besonders interessant, welche Standards, welche Patente und welche Produkte in letzter Zeit eingeführt wurden. Auch die genaue Beobachtung der wissenschaftlichen Fachpresse und der aktuellen Forschungsberichte kann Hinweise liefern, womit sich der Wettbewerb beschäftigt.

Wäre es nicht einfacher, wenn es ein statistisches Analyse-Tool gäbe, das diese Arbeit übernimmt? Und die Daten dann auch noch visuell so aufbereitete, dass das Management die Informationen schnell erfassen und in Entscheidungen umsetzen könnte?

Früher Patente anmelden

Das Team von IPlytics hat eine Plattform entwickelt, die genau das kann. Der Kunde loggt sich ein, gibt seine Kriterien ein und lässt von der IPlytics-Plattform das Technologieumfeld analysieren. Der ganze Prozess dauert – inklusive der visuell ansprechenden Darstellung der Daten – nur wenige Minuten.

Tim Pohlmann – der CEO und Gründer von IPlytics – weiß, dass die statistische Analyse von Patenten, Standards und Produkten nützliches Wissen liefert. In seiner Doktorarbeit untersuchte er für ausgewählte deutsche Unternehmen den Nutzen der automatischen Analyse. Und er wies konkrete Wettbewerbsvorteile für die an der Studie teilnehmenden Unternehmen nach. So konnten diese früher als üblich eigene Patente anmelden, auf Trends reagieren oder diese gar setzen.
Im Juni 2013 gründet Tim in Berlin das Start-up IPlytics, eine logische Fortsetzung seiner mit der Promotion begonnenen Arbeit. Und er findet schnell Mitstreiter, Kunden und Interessierte.

IPlytics zieht für 4 Monate um: unter das Dach von Microsoft Ventures in Berlin

Seit zwei Wochen nun sitzt das Unternehmen mit seinen drei Mitarbeitern an einem neuen Standort in Berlin: Unter den Linden 17. IPlytics gewann mit sieben weiteren Start-ups den Pitch für das Microsoft Ventures Accelerator Programm in Berlin. Vier Monate bekommen die „Auserwählten“ eine Betreuung und Unterstützung, die sich jeder junge Unternehmer nur wünschen kann. Zum Beispiel coole Räumlichkeiten für alle wichtigen Belange: Arbeiten, Präsentieren, Treffen und natürlich auch Feiern. Im Programm inklusive sind hochkarätige Workshops und Netzwerktreffen. Tim hat in den letzten zwei Wochen viele interessante und interessierte Leute kennengelernt. Coaches, Investoren, aber auch andere erfolgreiche Gründer. Man lernt voneinander. Das ist zentral für ihn. Tim ist kein Einzelkämpfer. Er ist ein Gründer mit großem Interesse an den Ideen anderer Menschen. Das passt gut zu dem Microsoft Ventures Accelerator Programm und zu der Stadt Berlin.

„Berlin ist super“

In Berlin liegen unterschiedliche Welten nahe beieinander. Tims Schwester zum Beispiel ist Meisterschülerin mit einem UDK-Abschluss in freier Kunst. Sie lebt mit ganz anderen Ideen in einem für Tim immer wieder inspirierenden Umfeld. Die Geschwister treffen sich mindestens einmal pro Woche. In Berlin kann der Unternehmer Tim Künstler, andere Unternehmer, Globetrotter und Investoren treffen. Ein guter Mix. Nur die tägliche Büro-Routine möchte er nicht genauer kennenlernen. Eher wünscht er sich einen Arbeitstag, der irgendwo auf der Welt stattfinden könnte. Hätte Tim einen technischen Innovationswunsch frei, würde er sich noch bessere Möglichkeiten für standortunabhängiges Arbeiten wünschen. Und jetzt kommt doch noch eine kleine Kritik an Berlin: Das Wetter im Januar sei so schlimm, dass Tim und seine Freundin diesen Monat gerne im Warmen verbringen würden. Mit Computer, schnellen Datennetzen und immer im Dienst der Zukunft. Arbeiten von virtuellen „Büros“ aus – die Technologie wird kommen.

 

Foto: Sabine Felber

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