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M-SENSE: EINE APP HILFT BEI MIGRÄNE UND SPANNUNGSKOPFSCHMERZEN

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Unter Migräne und Spannungskopfschmerzen leiden 40 Prozent der deutschen Bevölkerung. Nun gibt es Hilfe für die zahlreichen Betroffenen durch eine mobile Anwendung. Mit M-sense ist seit kurzem die erste, als Medizinprodukt zertifizierte Migräne- und Kopfschmerz-App verfügbar. Entwickelt wurde sie in Berlin.

vier Männer sitzen und stehen an einer Hausmauer - Die Gründungsgesellschafter (von links nach rechts): Simon Scholler, Stefan Greiner, Markus Dahlem, Martin SpäthDie Gründungsgesellschafter Simon Scholler, Stefan Greiner, Markus Dahlem, Martin Späth (v.l.n.r.)

Von der Idee bis zur Veröffentlichung

Die Idee für die Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense kam Stefan Greiner, CEO und Gründungsmitglied der Newsenselab GmbH, gemeinsam mit einer Betroffenen. Die Migränepatientin vermutete zwar einen Zusammenhang zwischen äußeren Einflüssen und ihren regelmäßig auftretenden Schmerzattacken. Klassische Tagebücher halfen aber bei der Dokumentation der Einflussfaktoren nicht weiter, waren sie doch zu subjektiv, zu wenig detailliert und nicht lückenlos. Deshalb entstand die Idee, Migräne digital zu erfassen, systematisch zu analysieren und – zu lindern. Gemeinsam mit dem Migräneforscher Dr. Markus Dahlem sowie den Software- und Datenanalysten Simon Scholler und Martin Späth konkretisierte sich im Februar 2015 die Firmen-Idee unter dem Namen Newsenselab für die Entwicklung einer mobilen Gesundheitsvorsorge zur Früherkennung von Migräne-Attacken. Als Ausgründung der Humboldt-Universität gestartet, bekam das vierköpfige Team im Juni 2015 ein einjähriges Exist-Stipendium an der Berliner Humboldt-Universität. Wenige Monate später gab es einen ersten lauffähigen Prototyp der Anwendung, der gemeinsam mit Migränepatienten in einer zweiwöchigen Feldstudie getestet wurde. Ergebnisse dieser Studie und viele weitere wertvolle Rückmeldungen von Betroffenen und Ärzten flossen im Folgenden in die Konzeption und Entwicklung der Anwendung ein. Sie machen M-sense zu einer wegweisenden digitalen Migränetherapie, die seit September 2016 im Google-Playstore erhältlich ist.

Was macht M-sense so besonders?

Mit wenigen Klicks können Nutzer ihre täglichen Verhaltensmuster sowie die auftretenden Schmerzattacken erfassen. M-sense gleicht diese Daten mit allgemeinen Umweltfaktoren, (z.B. den aktuellen Wetterdaten) ab, erstellt ein individuelles Kopfschmerzmuster und analysiert mögliche Auslösefaktoren. Darüber hinaus wird M-sense dem Nutzer künftig ein personalisiertes, von klinischen Partnern empfohlenes Präventions- und Therapieprogramm anbieten.

Durch Biofeedback, allgemeine Verhaltensempfehlungen und Anleitungen für Entspannungsübungen macht M-sense Migränevorbeugung und Migränebehandlung mobil und damit jederzeit verfügbar. Ziel von M-sense ist es, die Häufigkeit von Migräneattacken zu senken, die Intensität der Kopfschmerzen abzumildern und die Einnahme von Medikamenten zu verringern. Dafür fließen in Analyse und Therapieempfehlungen Daten und Erkenntnisse aus der medizinischen Forschung ein. Natürlich arbeitet die Newsenselab GmbH mit weiteren Migräneexperten eng zusammen, insbesondere über eine enge Kooperation mit der Charité. Und hier liegt auch der entscheidende Unterschied zu den zahlreichen Gesundheits- oder Wellness-Apps, die es auf dem Markt gibt.

Von Pokémon Go bis M-sense

Gesundheits-Apps gibt es viele. Sogar Pokémon Go gehört dazu, denn schließlich bringt es die Anwender dazu, sich an der frischen Luft zu bewegen. M-sense dagegen ist ein Medizinprodukt. Worin aber liegt der Unterschied für die Anwenderinnen und Anwender?

Mit M-sense können Betroffene eine durch den Arzt empfohlene, weitgehend automatisch geleitete Selbsttherapie nutzen und mitgestalten. Diesen Empfehlungen liegen keine Alltagsweisheiten zugrunde, sondern eine wissenschaftlich fundierte Analyse der individuellen Daten und einer Mustererkennung der ganz persönlichen Auslösefaktoren.

M-sense ist die einzige als Medizinprodukt zertifizierte Migräne-App. Sie wurde und wird systematisch und aktiv durch Betroffene in einem offenen Prozess mitgestaltet. Die CE-Kennzeichnung gilt als ein Qualitätssiegel, dem auch alle weiteren Entwicklungsschritte von M-sense verpflichtet bleiben. Von dem Erfolg dieses Konzeptes sind auch Investoren überzeugt. Mit Flying Health und dem Helios.hub konnte die Newsenselab GmbH bereits wichtige Partner in der Gesundheitsbranche und im klinischen Bereich gewinnen. Nun arbeitet das Team intensiv an den nächsten Entwicklungsschritten der Migräne-App. M-sense selbst ist aber nur das erste Produkt der Newsenselab GmbH. Künftig ist mobile Therapie durch Apps auch für andere chronische Krankheiten geplant.

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Foto: © Newsenselab GmbH

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