IT-Kompetenzfeld Internet of Things: PTX tech

OHNE SEHEN UND ERKENNEN IST ALLES NICHTS

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4D MMS – so heißt das innovative „Vision-System“ des Berliner Startups PTX tech GmbH. Dabei kommt ergänzend zu den drei räumlichen Dimensionen die Zeitinformation hinzu. Eingesetzt wird das System als optische Sicherheitssensorik, damit Menschen mit Robotern und Maschinen sicher zusammenarbeiten können. Ende 2016 hat PTX tech den ersten Preis beim Deep Tech Award bekommen.

Grauer Raum - Zentrum des Raumes wird von oben überwacht, roter Kreis umrandet Zentrum, in der Mitte arbeitet ein Roboter an etwas

Seit jeher ist die Zusammenarbeit von Menschen und Maschinen nicht nur eine Erfolgsgeschichte von Arbeitserleichterung und effizienter Massenproduktion, die dazu geführt hat, dass Güter preiswert angeboten werden können. Es ist die Grundlage unseres Wohlstands. Aber ebenso war die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine auch nie ganz ungefährlich. Vorsorglich wurden die Maschinen eingehaust oder, bei moderneren Schutzsystemen, mit einem Lichtgitter umgeben. Öffnet der Mensch ein Tor in der Umhausung der Maschine (oder berührt er das Lichtgitter), so stoppt die gesamte Anlage mit der Folge hoher Stillstandszeiten und großem Ausschuss.

Diese Form einer Schutzeinrichtung ist für das komplexe Zusammenarbeiten von Menschen mit Robotern nicht mehr zeitgemäß. Hier kommt es darauf an, dass die Roboter „sensibler“ auf Menschen reagieren. „Wir versetzen Roboter in die Lage, zu sehen und zu erkennen“, veranschaulicht Ferdinand Wiegel-mann, Geschäftsführer von PTX tech, das 4D MMS-System, „…das, verkürzt dargestellt, aus einem 3D-Laserscanner besteht, der mit augensicheren Infrarot-Pulsen die Umgebung berührungslos abtastet“. Ende 2016 erhielt PTX tech für diese Entwicklung den ersten Preis beim Deep Tech Award.

Zusammenarbeit mit Robotikherstellern

Die reibungslose Mensch-Maschine-Interaktion ist ein Schlüssel bei der Digitalisierung in der industriellen Produktion der Zukunft. Damit diese Interaktion gefahrlos möglich wird, benötigen Roboter kognitive Fähigkeiten. Nun gibt es bereits so genannte taktile Sicherheitssensorik, bei der ein Roboter auf eine Gegenkraft hin stoppt, also wenn er beispielsweise einen Menschen berührt. „Aber eine Berührung durch einen Roboter ist sehr gefahrgeneigt“, wie Christoph Kellermann, CTO von PTX tech, erläutert. Daher darf ein Roboter mit einer taktilen Sicherheitssensorik nur mit sehr eingeschränkter Geschwindigkeit verfahren, und die zu bewegenden Lasten sind aus Sicherheitsgründen auf geringe Lasten begrenzt.

Vor diesem Hintergrund sind Robotikhersteller an einer Zusammenarbeit mit PTX tech sehr interessiert. Holger Klempnow, Geschäftsführer von KleRo Roboterautomation und Sprecher des Forums Industrie 4.0, sieht die Potenziale des Vision-Systems und plant den Einsatz der optischen Sicherheitssensorik von PTX tech bei einem ersten Kundenauftrag. Aber das Vision-System kann noch mehr. Es berechnet so genannte Bewegungstrajektorien und kann mögliche Kollisionen vorausberechnen. Diese Funktion ist auch für das Greifen von bewegten Objekten so wichtig, dass Holger Klempnow diese Vorausberechnungsfunktion für ein innovatives Projekt nutzen möchte.

Einbeziehung Berliner Hochschulen

PTX tech wirbt für den Ausbau der Vision-Kompetenzen in den Hochschulen und bei den Wissenschaftseinrichtungen. Der Druck des Marktes, in den nächsten Jahren ganz neue Vision-Systeme anbieten zu müssen, erfordert auch bei den Wissenschaftseinrichtungen massive Anstrengungen.

In der Industrie, insbesondere bei Automotive, laufen hingegen die Anstrengungen auf Hochtouren. Aktuell denken die meisten beim Stichwort Vision-Technologie (auch Computer Vision oder Machine Vision) an Prozesssteuerung, Qualitätskontrolle oder an moderne Fahrerassistenzsysteme bzw. autonomes Fahren. Vision-Technologie ist aber nicht nur für die selbstfahrenden Autos der Zukunft und für die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter von Bedeutung. Neben der Automobilindustrie und dem Maschinenbau findet sich in der Logistik ein großes Einsatzgebiet. Bei allen genannten Industrien geht es um die Zukunft von Branchen mit Umsätzen in dreistelliger Milliardenhöhe und um hundertausende an qualifizierten Arbeitsplätzen.

Mit der TU Berlin hat PTX tech die Kooperation in einem Forschungsprojekt vereinbart. Es soll der
Anfang eines intensiveren Austausches sein.

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Foto: © PTX tech

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