Barrierefreie Internetauftritte für Museen

Das Internet ist zu einem alltäglichen Medium geworden um sich schnell und einfach mit Informationen zu versorgen. Hiervon sollte niemand ausgeschlossen werden. Barrierefreie Internetauftritte sind auch für Museen relevant, denn ungefähr acht Millionen Deutsche sind auf barrierefreie Angebote im musealen Umfeld angewiesen. In diesem Beitrag geht es daher neben einem Überblick über die relevanten Richtlinien und die Grundprinzipien der Barrierefreiheit, auch um den Mehrwert einer barrierefreien Website für ein Museum.

Unter Barrierefreiheit im Internet versteht man, dass Web-Sites für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind. Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) stellen Richtlinien zur barrierefreien Gestaltung der Inhalte von Internetangeboten dar. Die Umsetzung der WCAG in Deutschland wird seit 2002 durch die gesetzliche Verankerung in der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) gefördert.

Die seit 2011 gültige BITV 2.0 schreibt vor, dass alle Web-Angebote des Bundes und dem Bund zugehöriger Institutionen und Organisationen für Menschen mit Behinderungen barrierefrei zugänglich sein müssen. Dies betrifft nicht nur die Bundesverwaltung, sondern auch zahlreiche Museen, Archive und Bibliotheken, die Einrichtungen des Bundes sind.

Die allgemein formulierten Anforderungen und testbaren Bedingungen der BITV 2.0 sind in vier globalen Prinzipien organisiert:
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Wahrnehmbarkeit: „Die Informationen und Komponenten der Benutzerschnittstelle sind so darzustellen, dass sie von den Nutzerinnen und Nutzern wahrgenommen werden können.“
Bedienbarkeit: „Die Komponenten der Benutzerschnittstelle und die Navigation müssen bedient werden können.“
Verständlichkeit: „Die Informationen und die Bedienung der Benutzerschnittstelle müssen verständlich sein.“
Robustheit: „Inhalte müssen so robust sein, dass sie von möglichst allen Benutzeragenten, einschließlich assistiver Technologien, zuverlässig interpretiert werden können.“

Häufige Hürden auf dem Weg zur Barrierearmut sind zu wenige Farbkontraste auf Internetseiten oder Bilder ohne Alternativtext. Bei einem Relaunch Projekt ist daher bereits bei der Ausschreibung die Barrierefreiheit als erforderliches Qualitätskriterium zu berücksichtigen. Überprüfen lässt sich dies mittels des BITV-Tests, der daher auch als Vorgabe in die Leistungsbeschreibung eines zu erstellenden Internetauftrittes integriert werden sollte. Bei der Formulierung sollte zum einen der Bezug zur BITV 2.0 hergestellt werden und zum anderen ein im Testverfahren minimal zu erreichender Grenzwert angegeben werden.

Eine barrierefreie Internetpräsenz bietet auch klare Vorteile, unter anderem für das Ranking in Suchmaschinen, sowie die Kosten und Pflege der Internetpräsenz. Damit ist die Gestaltung einer barrierefreien Website nicht nur für einen großen Teil der potentiellen Website-Besucher elementarer Bestandteil zur Wahrnehmung des Internetangebots des Museums, sondern wirkt sich auch positiv auf die Suchmaschinenoptimierung und die Usability der Website aus.

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Die Website der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist sehr gut zugänglich und erreichte im BITV-Test 97,5 von 100 möglichen Punkten.

Die publicplan GmbH bietet IT-Beratung für Museen in Website-Relaunch-Projekten an. Wir helfen die bestehenden Internetauftritte technisch zu analysieren und aufgrund der Ergebnisse die wesentlichen Anforderungen zu definieren, um die Basis für ein Pflichtenheft zu schaffen. Hier konnten wir bereits Kunden wie die Stiftung Museum Kunstpalast, die Kunstsammlung NRW und die Bundeskunsthalle in Bonn von unserem Know-How überzeugen. Wir beraten Sie gerne bei Ihrem Relaunch-Projekt und freuen uns mit Ihnen Kontakt aufzunehmen unter info@publicplan.de.

Erschienen am 9. Juli 2014
Original Blogbeitrag: https://www.publicplan.de/blog/2014/07/barrierefreie-internetauftritte-f%C3%BCr-museen

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